Die eigenwillige Welt von Alarm für Cobra 11 (1)

Einen größeren Auftritt wird die RTL-Serie Alarm für Cobra 11 einnehmen, denn sie ist steter Garant für Logiklöcher, absurde Realitätsverdrehungen und noch vieles mehr was für den einen oder anderen Lacher sorgt. Dies ist (in Anlehnung an Dietmar Wischmeyers Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten) der erste Teil einer wohl unendlichen Reise durch das Land der eigenwilligen Physik und seltsamen Menschen.

Fangen wir mal kurz mit der Übersicht der wiederkehrenden Klassiker an:

  • Die für größere Autostunts genutzte, ca. jede 2. Folge genutzte und deutlich wiedererkennbare „Kulisse“ der FTL.
  • Bei Autostunts unterscheiden sich die Stuntfahrer bei genauem hinsehen deutlich von den Schauspielern die sie darstellen sollen bzw. es werden Dummys oder gar keine Fahrer eingesetzt. Als Tarnungsversuche dafür werden gern als solche erkennbare Kamerawinkel und Schnitte sowie getönte und daher von außen undurchsichtige Scheiben verwendet.
  • Völlig absurde und unrealistische Physik in Hinblick auf Autos. Bis auf wenig Ausnahmen (z.B. wenn es für die Story benötigt wird) fliegen Autos meterhoch und -weit ohne größeren Schaden zu nehmen, gehen in Flammen auf oder explodieren spektakulär und haben ein Fahrverhalten als würden sie auf Schienen fahren und nur für Sprünge o. ä. sich von diesen lösen.
  • Sowohl auf Seiten der Polizei als auch auf Seiten ihrer Gegenspieler sind die Trefferquoten bei Schießereien abnormal schlecht – außer natürlich im Drehbuch steht irgendjemand müsse getroffen werden.
  • Falls einer der „Helden“ in eine Schlägerei gerät hält er normalerweise Schläge usw. aus die jeden Profiboxer ins Koma geschickt hätten und kämpft sofort oder nach kurzer Regeneration weiter als ob so gut wie nichts wäre. Durch Schießereien (falls einer der „Helden“ doch mal getroffen werden sollte) verursachte Schusswunden sind meist genauso temporär und kein Hindernis für weitere Kämpfe usw. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Die Punkte, dass sich bei den „Helden“ spektakuläre Un-, Überfälle etc. exorbitant häufen, niemand für den Schaden den sie verursachen belangt wird und das Ganze kaum bis wenig Einfluss auf ihr Verhalten bzw. ihren psychischen Zustand hat lasse ich mit Absicht außen vor den ansonsten müssten die Hauptfiguren ständig wechseln und die Serie hätte kaum mehr eine Grundlage.

All dies kommt natürlich auch in vielen anderen Serien vor, allerdings fällt dies bei Alarm für Cobra 11 – bedingt dadurch das man hauptsächlich auf Action baut und die Drehbücher die entsprechenden Fehler auch meist schlecht kaschieren – zumindest mir deutlich mehr auf als bei anderen Serien.

~ von Stargamer am Sonntag, 1. Juni 2008.

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